Dienstag, 1. Mai 2007

Liebe Studierende, ich möchte mich hiermit zum ersten Mal an Ihrer angeregten Diskussion im Blog beteiligen. Ihre bisherigen Einträge lesen sich sehr interessant. Zahlreiche Beispiele aus den Medien unterstützen Ihre kritische Auseinandersetzung mit unserem Thema. Ihre Blogs sind ebenso vielseitig, wie die Nachhaltigkeit selbst unterschiedlichste Themen berührt. Ich möchte den einen oder anderen Aspekt herausgreifen:

Wir erleben gerade jetzt einen April, der in aller Hinsicht Rekorde bricht. Hohe Temperaturen verbunden mit grosser Trockenheit, zu erwartende Ernteausfälle, äusserst tiefe Wasserstände in Seen und Flüssen haben Sie in Ihren Einträgen eingesprochen. Trotz all der für uns schönen Seiten dieses Sommer-Aprils machen uns diese äusserst ungewöhnlichen klimatischen Bedingungen schon ein wenig Angst: Klimawandel als Stichwort ist in aller Munde. Wie sie richtig schreibe sind zahlreiche Naturkatastrophen der vergangenen Jahre auf ein sich veränderndes Klima zurückzuführen.

Die UNO hat vor kurzem reagiert und einen Klimabericht publiziert (am kommenden Freitag erscheint der dritte von vier Teilen). Darin steht unter anderem: Der Mensch ist «sehr wahrscheinlich» der Verursacher der Erwärmung des Klimas. Die Menschen sollen in die Pflicht genommen werden teilweise mit drastischen Massnahmen den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Verlangt wird von den Klimaexperten der UNO eine Reduktion der Treibhausgase um mehr als ein Drittel.

Sie haben in Ihren Posts verschiedene Aspekte angesprochen, welche ganz konkreten Möglichkeiten wir haben, die Klimaveränderung zu stoppen:
-Minergiehäuser: Pelletsöfen oder Erdwärmesysteme werden in neuen Häusern in der Schweiz immer öfter eingebaut, um Öl- oder Gasheizungen zu umgehen. Man spricht u.a. von Minergiehäusern. Ein Trend, der sich in der Schweiz noch nicht stark etabliert hat, ist nicht nur die Niedrigenergiebauweise, sondern die sog. Nullenergiehäuser. Die Häuser haben keine Heizung, Wärme wird lediglich durch die eigene Körperwärme, Geräte, Kerzen oder die Sonneneinstrahlung erzeugt. Die gute Isolation der Häuser sorgt dafür, dass die Wärme auch im Haus bleibt. Diese Häuser sind wenig teurer im Bau haben aber eine enorme Energieeinsparung zur Folge (über 90% weniger CO2-Emission - und damit auch massiv weniger Heizölkosten, siehe auch: www.passiv.de) – aber, diese umweltschonende Art zu wohnen verlangt, dass auch die Lebensgewohnheiten den Umständen angepasst werden (im Winter können bsw. keine Decken rausgehängt werden, da die gesammelte Wärme gerade verpuffen würde).
-Gerade die Schweiz ist weltweites Vorbild für ein äusserst gut ausgebauten öffentlichen Verkehr. Wir verfügen über 3000 km Bahnnetz. Dort wo der Zug nicht mehr hinkommt gibt es die Möglichkeit des Carsharing-Systems Mobility.
-Im Berner Jura existieren bereits einige Windkraftwerke. 8 Turbinen wurden bereits montiert und damit wurden letztes Jahr 3000 Haushalte mit Strom versorgt. Eine letzte Woche präsentierte Studie bezeugt nun, dass durchaus weitere solcher Turbinen installiert werden können und damit Energie auf umweltfreundliche Weise gewonnen werden kann.



Bis zum nächsten Mal, mit freundlichen Grüssen, Michael Zahner

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